Zelter-Plakette für den Madrigalchor bei St. Anna

Ein besonderer Erntedanksonntag für den Madrigalchor bei St. Anna: Am 4. Oktober 2026 wurde die Verleihung der Zelter-Plakette im Rahmen des festlichen Kantatengottesdienstes zum Erntedankfest in St. Anna in Augsburg nochmals feierlich gewürdigt. Oberbürgermeister Dr. Florian Freund war zu Gast und hielt die Laudatio zur Auszeichnung. Die Liturgie gestaltete Pfarrer Thomas Hegner, der Madrigalchor bei St. Anna übernahm die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

Die Zelter-Plakette ist die höchste staatliche Auszeichnung für Amateurchöre in Deutschland. Sie würdigt Chöre, die über mindestens ein Jahrhundert kontinuierlich musikalisch tätig sind und sich in besonderer Weise um die Pflege der Chormusik und das kulturelle Leben ihrer Region verdient gemacht haben.

Über 100 Jahre Chormusik an St. Anna

Die Geschichte des Madrigalchors bei St. Anna reicht bis ins Jahr 1922 zurück. Damals wurde der Chor als „Evangelische Madrigalvereinigung“ gegründet. Seitdem steht die kontinuierliche Pflege anspruchsvoller Chormusik im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Für die Verleihung der Zelter-Plakette musste der Madrigalchor nachweisen, dass diese musikalische Tätigkeit über viele Jahrzehnte kontinuierlich fortgeführt wurde. Umfangreiche Recherchen im Chorarchiv lieferten die notwendigen Belege für die mehr als 100-jährige Geschichte der Chormusik an St. Anna.

Damit steht die Zelter-Plakette nicht allein für das hohe Alter des Chores. Sie ist vor allem eine Anerkennung für das kontinuierliche musikalische Engagement und die kulturelle Arbeit, die von Generation zu Generation weitergeführt wurde.

Offizielle Verleihung der Zelter-Plakette in Ebersberg

Die offizielle Verleihung der Zelter-Plakette fand bereits am 13. Juni 2026 im Rahmen einer festlichen Veranstaltung des Bayerischen Musikrats in Ebersberg statt.

Dort wurden insgesamt sieben bayerische Chöre mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. In Vertretung unseres verhinderten Chorleiters Johannes Eppelein nahmen vier Mitglieder des Madrigalchors bei St. Anna die Auszeichnung und die vom Bundespräsidenten persönlich unterzeichnete Urkunde entgegen.

Die Festrede hielt der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume. Gemeinsam mit Bernd Sibler, dem Präsidenten des Bayerischen Musikrats, überreichte er die Plaketten und Urkunden.

Die Auszeichnung geht auf eine Stiftung des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss aus dem Jahr 1956 zurück. Benannt ist sie nach Carl Friedrich Zelter, einem bedeutenden Wegbereiter der bürgerlichen Chormusik und Lehrer von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Feierstunde beim Erntedankgottesdienst in St. Anna

In Augsburg wurde die besondere Auszeichnung nun beim Kantatengottesdienst zum Erntedankfest nochmals in einem festlichen Rahmen gewürdigt.

Oberbürgermeister Dr. Florian Freund war hierzu persönlich in St. Anna zu Gast. In seiner Laudatio würdigte er die lange Geschichte und die musikalische Arbeit des Madrigalchors bei St. Anna und überreichte die Zelter-Plakette beziehungsweise nahm die feierliche Würdigung der Auszeichnung in Augsburg vor.

Frieden.Fest – A-cappella-Konzert zum Hohen Friedensfest

Der Madrigalchor bei St. Anna

Unter dem Titel „Frieden.Fest“ lädt der Madrigalchor bei St. Anna am Samstag, 8. August 2026, um 19:00 Uhr zu einem besonderen A-cappella-Konzert in St. Anna ein. Der Eintritt ist frei. Spenden zugunsten der Kirchenmusik bei St. Anna sind herzlich willkommen.

Der Konzerttitel bringt die beiden inhaltlichen Leitgedanken des Abends auf den Punkt: Frieden und Fest. Beide Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch das abwechslungsreiche Programm und verbinden eindrucksvolle Chormusik mit ausgewählten Texten, die von Pfarrerin Bettina Böhmer-Lamey (Evangelisches Forum Annahof) vorgetragen werden.

Ein besonderer Programmpunkt sind Werke, die der Madrigalchor 2025 im Rahmen einer Chorbegegnungsreise nach Riga als Friedensbotschafter der Stadt Augsburg aufgeführt hat. Teile dieses Programms sind nun erstmals auch in Augsburg zu hören.

Das Konzert spannt einen musikalischen Bogen von der stillen Bitte um Frieden bis hin zu festlicher Jubelmusik. Ernsthafte und nachdenkliche Kompositionen stehen bewusst neben Werken, die die Freude und den Festcharakter des Hohen Friedensfestes zum Ausdruck bringen.

Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Hans Leo Haßler, Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy, Josef Gabriel Rheinberger, Karl Jenkins, Pēteris Vasks, Anders Edenroth Sköld, Frank Ticheli und Kim André Arnesen. Werke wie Verleih uns Frieden, Pater noster, Earth Song, Even when He is silent oder Jubilate Deo zeigen dabei die Vielfalt der Chormusik verschiedener Epochen und Kulturen.

Die musikalische Leitung liegt bei Anna-Kantor KMD Johannes Eppelein.

Kantatengottesdienst zu Pfingsten in St. Anna: Bachkantate BWV 184 und Ehrung für Johannes Eppelein

Am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, erklingt in der Kirche St. Anna in Augsburg ein besonderer musikalischer Gottesdienst: Im Rahmen des festlichen Kantatengottesdienstes wird die Bachkantate „Erwünschtes Freudenlicht“ BWV 184 aufgeführt. Beginn ist um 10 Uhr.

Es musizieren Solistinnen und Solisten, der Madrigalchor bei St. Anna sowie die Capella St. Anna unter der musikalischen Leitung von Kantor Johannes Eppelein. Liturgie und Predigt übernimmt Frank Kreiselmeier.

Johann Sebastian Bachs Kantate „Erwünschtes Freudenlicht“ BWV 184

Mit der Kantate „Erwünschtes Freudenlicht“ schuf Johann Sebastian Bach ein Werk, das ursprünglich für den dritten Pfingsttag komponiert wurde. Inhaltlich greift die Kantate das Bild des guten Hirten aus dem Johannes-Evangelium auf und verbindet geistliche Aussagen mit einer warmen, pastoralen Klangsprache.

Besonders charakteristisch für BWV 184 sind die hellen Klangfarben, die tänzerischen Motive und die von Hoffnung und Zuversicht geprägte musikalische Gestaltung. Anders als viele andere Kirchenkantaten endet das Werk nicht mit einem Schlusschoral: Der Choral erscheint bereits im vorletzten Satz, bevor die Kantate mit einem lebhaften und festlichen Chorsatz ihren Abschluss findet.

Die Aufführung der Bachkantate fügt sich damit ideal in das Pfingstfest ein und verbindet liturgische Feier und anspruchsvolle Kirchenmusik auf eindrucksvolle Weise. Ergänzt wird der Gottesdienst durch weitere festliche Musik zum Pfingstsonntag.

Ehrung für Johannes Eppelein

Der Gottesdienst erhält in diesem Jahr eine besondere Bedeutung: Johannes Eppelein wird während der Feier offiziell der Ehrentitel „Kirchenmusikdirektor“ verliehen. Die Auszeichnung wird durch Landeskirchenmusikdirektorin Ekaterina Porizko und Dekan Frank Kreiselmeier überreicht.

Seit seinem Amtsantritt im Februar 2023 hat Johannes Eppelein die Kirchenmusik an St. Anna nachhaltig geprägt. Mit Kantatengottesdiensten, Konzerten, musikalischen Projekten und intensiver Nachwuchsarbeit setzt er wichtige Impulse für das kirchenmusikalische Leben in Augsburg und darüber hinaus.

Neben seiner Tätigkeit an St. Anna engagiert sich Eppelein bayernweit als Präsident des Verbandes SINGEN IN DER KIRCHE sowie beim Aufbau der Bayerischen Landesjugendkantorei. Die Verleihung des Titels „Kirchenmusikdirektor“ würdigt dieses herausragende Engagement in besonderer Weise.

Bachs Markuspassion am Karfreitag in St. Anna

Ein Werk, das über Jahrhunderte als verloren galt, wird am Karfreitag in Augsburg wieder hörbar. Bachs Markuspassion erklingt in St. Anna in einer rekonstruierten Fassung, die Wissenschaft und lebendige Aufführungspraxis verbindet. Karten sind über Reservix erhältlich.

Am Karfreitag, den 3. April 2026 erklingt in St. Anna die Markuspassion (BWV 247) von Johann Sebastian Bach. Beginn ist um 15 Uhr. Der Madrigalchor bei St. Anna bringt das Werk in der Rekonstruktion von Alexander Ferdinand Grychtolik zur Aufführung.

Ein verloren geglaubtes Meisterwerk

Von der Markuspassion blieb lediglich das Libretto des Dichters Picander erhalten; die Musik selbst ist nur in Spuren überliefert. Für die Bach-Forschung bedeutete dies lange eine kaum zu schließende Lücke. Grychtolik nutzte historische Quellen, bekannte Parallelen in anderen Werken und die barocke Parodiepraxis, um die fehlenden Teile stilistisch schlüssig zu ergänzen.

So entsteht eine gut zweistündige Passion, die sich eng an Bachs Tonsprache orientiert und den biblischen Bericht eindrucksvoll zum Klingen bringt. Die Markuspassion wird dadurch als geschlossenes Werk erfahrbar.

Hochkarätige Mitwirkende

Neben dem Madrigalchor musiziert die Capella bei St. Anna. Als Solist:innen sind Anna-Lena Elbert (Sopran), Franziska Bader (Alt), Oliver Kringel (Evangelist und Arien), Raphael Sigling (Jesus) und Andreas Burkhart zu hören. Die musikalische Gesamtleitung hat Kantor Johannes Eppelein.

Eine besondere Stellung im Schaffen Bachs

Als späte Passionskomposition zeigt die Markuspassion eindrucksvoll die Verbindung von theologischer Tiefe und kompositorischer Ausdruckskraft. Gerade ihre fragmentarische Überlieferung macht jede Aufführung zu einem besonderen Ereignis – zu einer Annäherung an das, was einst erklungen sein könnte.

Tickets für die Bach’sche Markuspassion

Der Vorverkauf erfolgt über Reservix – online, telefonisch unter der Tickethotline 0761-88849999 und an zahlreichen Vorverkaufsstellen in Augsburg und ganz Deutschland. Die Preise reichen von 12 bis 42 Euro, ermäßigt von 8 bis 35 Euro. Für das Konzert am Karfreitag empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.

Reservix-Vorverkaufsstellen in Augsburg und Umgebung:

  • Augsburger Allgemeine Kundencenter, Maximilianstraße 6, 86150 Augsburg
  • Buchhandlung am Obstmarkt, Obstmarkt 11, 86152 Augsburg
  • Cag Tur Zafer Reisen, Ulmer Straße 9 1/2, 86154 Augsburg
  • Rathaus Stadtbergen, Oberer Stadtweg 2, 86391 Stadtbergen
  • Touristinfo Königsbrunn, Marktplatz 9, 86343 Königsbrunn

Der Einlass zum Konzert ist mit dem klassischen Reservix-Ticket ebenso möglich wie mit einem print@home- oder einem Handyticket. 

Ermäßigungsberechtigt sind Menschen bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs sowie Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung ab 60%). Eingetragene Begleitpersonen benötigen kein Ticket und zahlen keinen Eintritt.  

Konzert-Highlight im November: Brahms’ „Ein deutsches Requiem“ in St. Anna

Zum Ende des Kirchenjahres bringt der Madrigalchor bei St. Anna ein Meisterwerk der Romantik zur Aufführung: „Ein deutsches Requiem“ op. 45 von Johannes Brahms. Am Samstag, 22. November 2025, um 17 Uhr erklingt das eindrucksvolle Werk in St. Anna.

Brahms’ „deutsches Requiem“ gilt als sein bedeutendstes geistliches Werk – und zugleich als eines der persönlichsten. Anders als die traditionelle lateinische Totenmesse ist es keine liturgische Komposition, sondern eine Sammlung biblischer Texte, die den Schwerpunkt auf Trost und Hoffnung legt. Brahms, geprägt vom frühen Tod seines Mentors Robert Schumann und dem Verlust seiner Mutter, hat mit diesem Werk eine musikalische Meditation über Vergänglichkeit, Leid und Trost geschaffen, die Menschen bis heute berührt.

Die Mitwirkenden

Das Konzert gestalten der Madrigalchor bei St. Anna und die Capella St. Anna in sinfonischer Besetzung. Als Solist:innen treten die Sopranistin Nikola Hillebrand und der Bariton Gerrit Illenberger auf. Die Leitung liegt in den Händen von Kantor Johannes Eppelein.

Musikalisch-theologischer Einführungsabend

Zur Einstimmung auf das Konzert laden wir herzlich zu einem Einführungsabend am Mittwoch, 12. November 2025, um 19:30 Uhr in den Ernst-Troeltsch-Raum (Hollbau, Im Annahof 4) ein. Pfarrerin Bettina Böhmer-Lamey (Evangelisches Forum Annahof) und Kantor Johannes Eppelein geben dabei Einblicke in die theologischen und musikalischen Dimensionen des „Deutschen Requiems“. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Karten für das Konzert

Tickets sind online über Reservix, telefonisch über die Tickethotline unter 0761 88849999, in allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Kirchenmusikbüro (Fuggerstraße 8, nur Barzahlung). Die Preise liegen zwischen 12 € und 42 € (ermäßigt: 8 € bis 35 €). Fast 90 % der Plätze sind feste Sitzplätze in fünf Preiskategorien. Das Hörerlebnis ist von allen Plätzen aus nahezu gleich – auch für Rollstuhlfahrer:innen stehen Plätze zur Verfügung.